Epilog: Gerda
Hauptperson, Singulär
alten Damen, Diana und Dorisa, sehen die kleine Menschengruppe an den Weidezaun treten und laufen freudig auf sie zu. Gerda und Oma Phil sind immer gut, da gibt es sicher wieder etwas Leckeres zu futtern. Die beiden neuen Menschen, Mona und Kai, kennen sie noch nicht, aber sie sind neugierig, was die wohl Gutes bringen.
Der kleine Esel kommt hinterhergetrottet, er will auch einen Platz am Futtertrog. Diana, mit der pfeilförmigen Blesse, gefällt das überhaupt nicht und darum stößt sie den Esel grob beiseite. ›Hey!‹ ruft Gerda und hebt kurz die Hand. Also: Esel stoßen nicht gut. Der bekommt nun zuerst seine Streicheleinheiten. Diana tritt ein Stück zurück und lässt die Ohren hängen. Das ist gut, denn gleich ruft Gerda sie wieder an den Zaun und lobt sie für ihr freundliches Verhalten und das begehrte Leckerli gibt es auch noch dazu.
Mona lässt sich von Gerda erklären, wie sie sich dem Pferd nähern und was sie beim Füttern beachten soll. Sie ist mächtig stolz auf ihre Tochter, die so viel von Pferden versteht. Nach einer Weile unterbricht Oma Phil die beiden: ›Gerda, schau mal, was mit Dorisa los ist. Was sucht sie denn?‹
Dorisa, mit der wellenförmigen Blesse, steht fest am Zaun, hält Kopf und Hals aufrecht, sucht angespannt mit Augen und Ohren die Gegend ab. Leckerlis interessieren sie nicht. Gerda schaut sich um und entdeckt Kai, der einige Meter vor dem Zaun stehen geblieben ist. ›Ach, Kai‹, erklärt Gerda, ›Kai hat Angst vor Pferden.‹
›Angst vor Pferden‹, wundert sich Oma Phil, ›wo gibt's denn so was.‹ Zielstrebig geht sie auf Kai zu: ›Stimmt das, Kai, dass du Angst vor Pferden hast?‹ Kai hat nicht nur Angst vor Pferden, er hat auch Angst vor Oma Phil: ›Ja .. also nein ... nicht eigentlich, die sind ja weit weg ... und ... und hinter dem Zaun‹, stottert Kai.
Oma Phil lässt diese Antwort nicht gelten: ›Kai, Junge, ich merke doch, dass du Angst hast, und wenn ich das merke, dann merkt Dorisa das auch. Schau sie dir an, die sucht verzweifelt nach dem Grund für deine Angst. Dass sie es selbst ist, wo du Angst vor hast, kann sie nicht verstehen. Sie kennt keine Menschen, die Angst vor Pferden haben.‹
Beschämt und mit belegter Stimme bekundet Kai sein Bedauern: ›Es tut mir Leid, Oma Phil. Ich ... ich wollte doch nur ... mit Gerda ... wollte ich ... spazieren gehen. Das mit den Pferden ... wenn ich das gewusst hätte, wäre ich gar nicht mitgekommen. Besser ... ich gehe jetzt wohl besser zurück ... zu den anderen ,,, mich ausruhen ... im Garten.‹
›Ja, für dich mag das wohl das Beste sein‹, spottet Oma Phil, ›aber zuerst probieren wir noch etwas Anderes.‹ - Damit nimmt sie Kai bei der Hand und führt ihn durch eine kleine Pforte in den Außengang. Dort bleibt Oma Phil stehen und schickt Kai alleine zum offenen Weidetor. Dort soll er stehen bleiben und abwarten, wie Dorisa sich verhält. Ruhig bleiben, sich langsam und bedächtig bewegen, das Pferd mit sanfter Stimme beruhigen, dass kein Unglück geschieht.
Kai zögert. ›Groß‹, hört Oma Phil ihn flüstern. - ›Ja, das hast du gut erkannt‹, bestätigt Oma Phil, ›Diana und Dorisa sind wirklich zwei besonders große Exemplare der Gattung Pferd. Ihre Masse und ihre Kraft kann kein Mensch mit Gewalt kontrollieren. Aber du hast Glück, dass es nur Pferde sind. Grizzlybären hätten dich schon längst gerissen und verspeist.‹
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