Epilog: Gerda

Es ist spät

Hauptperson, Singulär

am Nachmittag, als die Rundgänger endlich wieder den Ausgangspunkt ihrer Reise, den Pferdeparkplatz vor der Sattelkammer, erreichen. Die Pferde werden rasch abgesattelt und zu ihren Boxen geführt, wo sie weiter versorgt werden. Die Sonne geht bald unter und Oma Phil erwartet, dass die Mädchen bald heimkommen und den Platz für die Zottel brauchen.

Die therapeutische Reitstunde hat bei Mona hervorragend angeschlagen. Ihr Gesicht ist das pure Glück und ihre Hände sind voller Tatendrang. Unter Gerdas Anleitung frottiert sie Dianas Rücken und kämmt ihren Schweif und ihre Mähne, ein Dienst, den die Pferdedame ausgiebig genießt. Gerda kratzt den Pferden die Hufe aus und Oma Phil sorgt für gesundes Futter und frisches Wasser.

Kai ist leider weniger glücklich. Er ist völlig erschöpft und ihn schmerzen sämtliche Glieder, besonders die Beine. Die fühlen sich an, als würde er O-Beine entwickeln. Wie das bloße Sitzen auf dem Pferd so eine Wirkung haben kann, ist ihm unerfindlich. Für Mona ist die Sache klar: zu viele Gedanken und zu wenige Steigbügel. Weil sie gerade so schön dabei ist, übernimmt sie gerne auch Dorisas Pflege und rät Kai, sich erst einmal ein halbes Stündchen hinzulegen und auszuruhen.

Auf dem Vorplatz sind Vera und Gabriel damit beschäftigt, die Festtafel abzubauen. Im Kantinengarten stellt Kai fest, dass die Liegestühle bereits weggeräumt sind. Carlos und Oma Mia bereiten in der Kantine die Butterbrote für das Lagerfeuer vor. Der Bäcker hat frisches Brot und leckeren Kuchen gebracht. Einige Stücke stehen unter einer Kuchenglocke auf der Arbeitsplatte, daneben Kuchenteller, Kuchengabeln, eine große Kaffeekanne und Kaffeetassen. Weil er unmöglich sitzen kann, nimmt Kai ein Stück Pflaumenkuchen und eine Tasse Kaffee im Stehen ein. Im Garten streckt er sich lang auf der Bank am Esstisch aus und ist in wenigen Sekunden eingenickt.

›Kai, lebst du noch?‹ fragt Gerda im Scherz. Sie sitzt ihm gegenüber mit zwei Stück Apfelkuchen mit reichlich Sahne auf dem Teller und einer großen Tasse Kaffee dazu. - ›Ich weiß nicht‹, stöhnt Kai und versucht sich aufzurichten. - ›Bleib liegen‹, rät Gerda, ›Reiten ohne Steigbügel war keine gute Idee.‹ - ›Ich bin nicht geritten‹, wendet Kai ein. - ›Stimmt‹, bestätigt Gerda, ›aber Sitzen ohne Steigbügel ist auch nicht besser.‹