Epilog: Gerda

Ein gestrandeter Walfisch

Hauptperson, Singulär

Nein, kein Fisch. Gerda weiß, dass der Wal ein Säugetier ist. Mehr noch: der Wal war ursprünglich ein Landtier, das sich im Verlauf der Schöpfung zurück ins Meer entwickelt hat. Ein Säugetier, das ist Gerda auch. Genauer: ein Mensch. Noch genauer: ein Weib.

Ja, ein Weib.

Das Mädchen erscheint ihr zu leicht, zu schwebend, zu ungefähr. Die Frau zu schwer, zu gebunden, zu bestimmt. Das Weib ist frei. Zudem entspricht es Gerdas Größe und ihrem Gewicht.

Oder besser: ihrer Wichtigkeit. Ein wichtiges Weib in der Entwicklung. Wohin? Nicht zurück ins Meer. Gerda ist und bleibt ein Landtier. Nicht gestrandet. Der Strand, das Land ist ihr natürlicher Lebensraum. Gelandet. Ein gelandetes Weib. Bäuchlings im Sand liegend, die Beine ausgestreckt, noch halb im Fluss. Die Schuhe, die Hose sind ihr abhanden gekommen.

Ein vielstimmiges Brummen aus der Höhe, Luftschiffe. Gerda springt auf, breitet die Arme aus, winkt, ruft: »Hallo, hier, Hilfe!« - Vier Stück, ziemlich tief, Search and Rescue, Rettungsschiffe. - Ach, sie sind fort, haben Gerda nicht gesehen. Als wäre sie unsichtbar. Sie folgen dem Fluss. Sie suchen Lotta.