Epilog: Gerda
Hauptperson, Singulär
die heiligen Dreikönige, die bringen Geschenke. Weihrauch und Myrrhe und Gold. Wertvoll, aber keine besonders einfallsreichen Geschenke. So etwas kann man jedem schenken. Mehr so ein Verlegenheitsgeschenk, wenn man überhaupt nicht weiß, was man jemandem schenken soll. Maria und Joseph waren ja keine armen Leute. Sie hatten nur keine Herberge gefunden, weil wegen der Volkszählung alles belegt war. Natürlich, für Gold kann man sich selbst etwas Schönes kaufen. Nur haben die Könige nicht bedacht, dass Heiligabend war und alle Geschäfte geschlossen. Dumm, dumm, dumm, dreimal dumm.
Die meisten Könige sind dumm. Das kommt, weil sie vor lauter Königswürde nichts lernen können. Zum Beispiel, wenn die heiligen Dreikönige glaubten, dass Wale Fische seien, und Gerda würde ihnen erklären, dass das nicht stimmt, dann wäre das eine schlimme Majestätsbeleidigung, und dafür müssten sie Gerda an den Galgen hängen und ihr den Kopf abschlagen und sie auf dem Scheiterhaufen verbrennen, aber lernen würden sie dabei gar nichts.
Der Galgen wäre Gerda auch recht. Wenn man erstmal am Galgen hängt, dann tut das Kopfabschlagen und Verbrennen auch nicht mehr so weh. Aber wo soll Gerda denn so schnell Dreikönige finden, die sie mit ihrem Wissen beleidigen kann.
Überhaupt, das Wissen. Die drei Weisen aus dem Morgenland. Mit deren Weisheit kann es nicht allzu weit her gewesen sein. Was Gerda jetzt schon alles auf der Koppelbergschule gelernt hat, da kann ihr die ganze Dreikönigsweisheit wohl kaum das Wasser reichen. Kopfabschlagen, das könnte euch so passen, wäre schade um Gerdas Kopf.
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