Epilog: Gerda

Die Katze

Hauptperson, Singulär

fordert ihre kätzische Freiheit. Sie fängt an zu strampeln, Als Gerda sie zu Boden lässt, verschwindet sie durch den Eingang nach draußen. Ach, die wird schon nicht verloren gehen.

Gerda breitet eine der Wolldecken unter dem Regal aus und weist dem Hund seinen Schlafplatz zu. »Platz, braver Hund, bleib.«

Langsam wird es dunkel. Gerda hängt das Notlicht an einen Haken an der Decke, dann schaut sie noch einmal in die Runde. »So, Elefant oder Nilpferd, wenn sich hier noch jemand versteckt hat, dann soll er jetzt herauskommen.« - Niemand? Gut, dann kommen jetzt die Küche und das Wohnzimmer an die Reihe.

Gerda stellt den Campigkocher auf eine der Bürgersteigplatten nach draußen vor den Stall, zündet die Flamme mit dem Gasanzünder und stellt den größten der Kochtöpfe gefüllt mit Wasser aus der Regentonne auf die Flamme. Der Sprühregen ist zu schwach um die Flamme zu löschen und sie möchte im Stall kein Dampfbad veranstalten. Gerda schaut sich um. Das Kätzchen steht am Wiesenufer, hat wohl gerade getrunken. Gebranntes Kind scheut das Feuer, sie wird sich wohl vom Herd fernhalten. Gerda wird ein Weile warten müssen, bis das Wasser kocht, und sie braucht viel kochendes Wasser für alle möglichen Sachen, vor allem abgekochtes Wasser, das sie trinken kann.

Während das Wasser zu kochen beginnt, formt sie aus einer zweiten Wolldecke ein mit Heu gepolstertes Sitzkissen, legt es zwichen Hundelager und Eingang mit dem Rücken zur Wand aus. Wenn sie hier übernachtet, will sie möglichst nicht einschlafen, auch, wenn der Professor sie bewacht. Also besser sitzen als liegen. Vor dem Sitzkissen stellt sie einen stabilen Tisch auf, bestehend aus einer Bürgersteigplatte und einer der Holzkisten aus dem Regal.

Gerda betrachtet zufrieden ihr Werk, dann schaut sie an sich herab, und fragt sich, an was sie der Anblick erinnert. Leider kann sie sich nicht im Spiegel betrachten. Sie greift nach der Axt, die hinter ihr an der Wand hängt, fasst sie mit beiden Händen aufrecht oben und unten am Stiel, richtet die Schneide nach vorne, und dann blitzt es auf in ihrem Kopf: sie sieht genau aus, wie der kleine Gartenzwerg, den Lotta einmal als angebliche Statuette des legendären Koppelbergkriegers für ein Referat in Lokalgeschichte präsentiert hat.