Epilog: Gerda

Von ferne

Hauptperson, Singulär

zischen und brodeln die Pfannen und Töpfe, klappern und scheppern die Teller und Tassen, klirrt und klimpert das Hotelsilber auf der Festtafel.

›Ach‹, klagt Gerda, ›wir haben Oma Phil und Oma Mia im Stich gelassen, den ganzen Tisch müssen sie alleine decken.‹ - ›Lass sie nur‹, spottet Lotta, ›die sollen auch ihren Spaß haben.‹

›Komm, Brigitte‹, drängt Barbara, ›wir müssen noch die Boxen misten.‹ - ›Müssen wir nicht‹, erwidert Brigitte, ›die Waisen machen wir heut' Nachmittag, das geht schnell. Die anderen kommen erst morgen Abend zurück. Die können wir morgen machen. Jetzt hab' ich erst mal Hunger und meine Nase sagt mir, dass es gleich zu essen gibt. Vorher will ich mich noch schell umziehen.‹

Damit erheben sich die Mädchen und verschwinden gemeinsam im Schutz des Stalls.

Gerda hat leider nichts, um sich umzuziehen. Die Hände möchte sie sich aber wenigstens waschen. Lotta meint, sie müsse sich vor allem die Füße waschen. ›Aber Lotta‹, lacht Gerda, ›du isst doch nicht mit den Füßen.‹ - ›Wer weiß‹, überlegt Lotta, ›wenn Carlos kocht, kann man das nie wissen.‹

Damit verlassen auch Gerda und Lotta die Tanzfläche, Kai und Brillenfee schließen sich an.

Gabriel verkündet mit Bedauern, dass er nun doch neue Saiten aufziehen muss, und zieht sich mit seiner Gitarre in die Garderobe zurück. Vera begleitet ihn, um ihre kostbare Violine in Sicherheit zu bringen.

Mit Mona und Heinz alleine herrscht nun betretenes Schweigen auf der Bühne. Langsam wenden sich die beiden dem Stall zu, durchschreiten in gebührendem Abstand das große Tor in die Eingangshalle, wo sie ihre Instrumente vorsichtig auf der Seitenablage ablegen. Die beiden fühlen sich nicht wohl miteinander, niemand weiß etwas zu sagen, die Hände sind frei, aber wohin damit, was tun? Ein verlegenes Lächeln kann auch nicht helfen.

Wieder ist es ein Ding, ein Gegenstand, ein Objekt, diesmal ohne Tücke, das die Befangenen befreit. Es ist die Tischglocke: ›Herbei, herbei!‹, ruft sie, ›Gekocht ist der Brei!‹. Im Nu belebt sich die Halle, der Bann ist gebrochen und alles strebt hinaus zur Festtafel, die Kinder voran, in trauter Dreisamkeit dann Mona, Heinz und Vera. Gabriel wird noch ein wenig von seiner Gitarre ohne Saiten aufgehalten.