Epilog: Gerda

Rex ist ein gebildeter Hund

Hauptperson, Singulär

Professor Rex wird Gerda ihn nennen. Das passt auch zu den grauen Haaren. Mit dem Kommando »Lauf!«, und einer schnellen Wurfbewegung gibt sie den Hund frei. Der läuft um die Insel herum, erkundet sein neues Revier, findet es zu klein, will sich wohl zurück ins Meer entwickeln, watet hinaus auf die geflutete Wiese, weit, bleibt stehen und lauscht in die Ferne, senkt den Kopf und prüft die Qualität des Wassers.

Herr Professor ist mit der Analyse zufrieden, beginnt zu saufen. Anscheinend kommt das Wiesenwasser vom Oberlauf und strömt hier unten erst wieder in den Fluss. Vielleicht wird es auch von der Wiese gefiltert. Schön wäre es, wenn Gerda den Herrn Professor zu einem Vollbad überreden könnte, der steht ihr im Gestank um nichts nach. Ansonsten muss er draußen übernachten. Jetzt ist aber erst mal Gerda selbst an der Reihe, sie will es schnell hinter sich bringen, bevor noch ein Elefant oder ein Nilpferd vorbeikommt.

Gerda legt im Stall alles zurecht, wie sie es nach dem Bad brauchen wird. Scheuertücher, Hemd, Hose, Socken. Draußen, ein warmer Herbsttag, nicht richtig warm, aber auch nicht besonders kalt, zweistellige Temperatur, immer noch ein leichter Sprühregen, die Luft feucht, fast tropisch, aber das Wasser ist kalt. Der Hund steht immer noch da hinten, der soll ihr ruhig erst mal vom Leib bleiben.

Gerda schaut sich um, wäre blöd, wenn jetzt gerade ein Rettungsboot käme. Dann legt sie ihre Kleider ab und watet in das Wasser, bis es kurz unter ihren Knien steht. Dort geht sie in die Hocke, legt sich schließlich ausgestreckt ins Wasser. Brrr, ist das kalt. Gerda spürt, wie das Wasser sie trägt. Ertrinken hat ja nicht geklappt, vielleicht geht es mit Erfrieren. Oh, Lotta, wie konntest du?

Gerda, beweg dich. Sie fährt mit den Händen durch ihr Haar, spült den Sand heraus. Dann fängt sie an wild mit den Beinen zu strampeln, schlägt mit den Armen durchs Wasser, um den Schlamm zu lösen. Ihr Gestrampel lockt den Hund an, der kommt auf sie zugerannt, pflügt durch die Flut. Gerda setzt sich auf, offenbar will der Hund spielem, der alte Schwerenöter. Gerda nutzt die Gelegenheit. Es gelingt ihr, den Hund spielerisch auf die Seite zu legen, und in einem fröhlichen Ringkampf mit dem Scheuertuch abzuwaschen. »Aus!«, das reicht, es geht doch nichts über einen wohlerzogenen Hund.

Gerda spült das Tuch aus, steht auf und wäscht sich selbst von oben bis unten ab. Wer hätte das gedacht, sie hat die Kälte gut überstanden, liegt wohl an ihrer Walhaftigkeit. Jetzt aber schnell ins Haus, abgetrocknet und husch in die Klamotten. Oh, wie gut das tut.